Dates:
So., 15. Nov. 2026, 16:00–17:30
Über das Wirken von Komponistinnen in der Musikgeschichte wissen wir dank spezieller Forschungen heute deutlich mehr als noch vor 20 Jahren. Dennoch gibt es hier immer noch weiße Flecken auf dem Musikatlas. Chiara Margarita Cozzolani war die jüngste Tochter einer wohlhabenden Mailänder Kaufmannsfamilie und hatte vermutlich bereits eine musikalische Ausbildung genossen, als sie mit 17 Jahren in das Kloster Santa Radegonda gleich gegenüber vom Mailänder Dom eintrat. Dort legte sie 1620 ihre ewigen Gelübde ab und war bis zu ihrem Lebensende als „Maestra di capella“ Chefin der klösterlichen Musik. Und das war nicht irgendein naiver selbstgestrickter Singsang, sondern bewegte sich auf der Höhe der Zeit. Denn die Nonnen dieses Benediktinerinnenklosters betrieben schon vor Schwester Chiara Margarita und noch bis ins frühe 18. Jahrhundert hinein eine reiche Musikpflege, die ein Zeitzeuge um 1670 so beschrieb: „ Die Schwestern von Santa Radegonda in Mailand sind mit solch seltenen und ausgezeichneten musikalischen Fähigkeiten ausgestattet, dass sie als die besten Sängerinnen Italiens angesehen werden. Unter diesen Schwestern verdient Chiara Margarita das höchste Lob für die außergewöhnliche und hervorragende Würde ihrer musikalischen Erfindungen...“ Der ungewöhnlichste Aspekt an Schwester Cozzolanis Karriere war nicht die Tatsache, dass sie ihre Kompositionen auch drucken ließ – in Venedig übrigens, dem damaligen Zentrum des italienischen Musikaliendrucks – nein, das tat auch etwa ein Duzend anderer Nonnen dieses Jahrhunderts. Auffällig ist vielmehr, dass so viele dieser Werk...
Cost: 10 EUR
Categories: Eventfrog rubric 64
Image credit: Capella Quirina
Source: Event information supplied by Eventfrog.

