Dates:
Sa., 13. Juni 2026–So., 4. Okt. 2026
Cyprien Gaillard bewegt sich in seinen Arbeiten durch Städte und deren Randgebiete. Entropie ist sein Gestaltungsmittel: Erosion und Ablagerungen versteht er als Spuren – nicht einfach als Zeichen von Verlust und Verfall. Seine Werke lehnen Resilienz als Deutungsrahmen ab. Vielmehr zeigen sie das Leben an unwirtlichen Orten als etwas, das einfach fortbesteht – unkommentiert und wertungsfrei. Im Kunsthaus Bregenz montiert Gaillard hinter der Außenfassade eine Baurutsche, durch die bereits mehrfach die Reste von Abrissbauten abtransportiert wurden. Diese Schuttrutsche aus orangefarbenen Röhren, die an Ketten hängend ineinandergeschoben sind, steht für Entsorgung, Dekonstruktion, Zerstörung und einen nicht enden wollenden Umbau. Im Erdgeschoss begrüßt uns mit Visitant, 2021–2026, eine gewaltige, aufblasbare Skulptur, eine Art flüchtiger Gast, ein Gespenst mit fahrigen Gesten ohne feste Gestalt. Solche Figuren kennt man von Festivals, Sportplätzen oder Autohäusern. Im Kunsthaus Bregenz tanzt sie zu einer vom Künstler programmierten Choreografie. Die Musik dazu kommt aus dem für die Berliner Underground-Musikszene prägenden KILLASAN Soundsystem, das ursprünglich in den 90er Jahren für einen Club in Osaka gebaut wurde. Gaillard löst das übergroße Wesen aus seinem gewohnten Zusammenhang und versetzt es in das Foyer des Kunsthaus Bregenz – einen Ort, der mit seiner asketischen Gestaltung für eine kontemplative Auseinandersetzung mit Kunst steht, die hier durch die Präsenz des Visitant gebrochen wird. Die hohle Figur ist in Bewegung, bläht sich auf und fällt in sich zusammen, zu groß, um sich vollständig aufzurichten: ein bewegliches, fremdbestimmtes Gebilde, das nur aus Luft und einer Nylonhülle besteht. Mehrmals die...
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